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ANALYSE

Währungen im Vermögen: Wenn der Wechselkurs zum Portfoliotreiber wird

4. Oktober 2026
3 Minuten
Liquiditätsmanagement
Vermögende Privatperson

Investieren Sie international, können Wechselkursbewegungen die Wertentwicklung Ihrer Anlagen maßgeblich beeinflussen. Erfahren Sie, warum eine ganzheitliche Betrachtung Ihrer Währungspositionen wichtig ist – und wie Sie Währungen in Ihrem Gesamtvermögen als Risiko- und Diversifikationsfaktor einordnen können.

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Notenbankpolitik, Zinsen und geopolitische Unsicherheiten sorgen wieder für Bewegung an den Devisenmärkten. Für Anlegerinnen und Anleger mit international aufgestellten Vermögen lohnt sich deshalb ein genauerer Blick: Denn mit Investments außerhalb des Euroraums halten häufig auch Währungsrisiken Einzug ins Portfolio. Entscheidend ist, sie im Zusammenhang mit der gesamten Vermögensstruktur zu betrachten.

Der Dollar ist wieder stärker geworden

An den Devisenmärkten hat sich das Bild zuletzt spürbar verändert. Nach der deutlichen Abwertung des US-Dollars im vergangenen Jahr hat die amerikanische Währung gegenüber dem Euro wieder an Boden gewonnen. Der EUR/USD-Wechselkurs ist von mehr als 1,16 US-Dollar je Euro auf zuletzt rund 1,13 gesunken. Ein wichtiger Grund dafür sind die veränderten Zinserwartungen. Nach Einschätzung des DekaBank Makro Research haben gestiegene Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank den Dollar zuletzt unterstützt. Gleichzeitig haben sich auch im Euroraum die Zinserwartungen verändert. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und die Entwicklung der Energiepreise.

Auf Sicht von zwölf Monaten erwartet das DekaBank Makro Research allerdings keine einfache Fortschreibung der jüngsten Dollarstärke. Die aktuelle Prognose sieht den EUR/USD-Wechselkurs bei 1,16. Dahinter steht unter anderem die Erwartung, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dies- und jenseits des Atlantiks wieder verschieben können.

Gerade diese unterschiedlichen Einflussfaktoren zeigen: Wechselkurse können sich innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit deutlich bewegen – und damit auch die Wertentwicklung internationaler Anlagen aus Sicht eines Euro-Anlegers beeinflussen.

Internationale Anlagen bringen eine zweite Dimension ins Portfolio

Wer beispielsweise in US-amerikanische Aktien investiert, setzt nicht allein auf die Entwicklung der Unternehmen. Solange das Währungsrisiko nicht abgesichert ist, kommt aus Sicht eines Anlegers aus dem Euroraum eine zweite Komponente hinzu: der Wechselkurs.

Steigt der Dollar gegenüber dem Euro, kann dies die in Euro gerechnete Wertentwicklung einer US-Anlage unterstützen. Wertet der Dollar dagegen ab, kann ein Teil der am amerikanischen Aktienmarkt erzielten Kursgewinne durch den Währungseffekt wieder aufgezehrt werden. Bei Anleihen kann der Wechselkurseffekt im Verhältnis zur erwarteten Rendite sogar noch stärker ins Gewicht fallen.

Bei größeren Vermögen kann diese Frage eine zusätzliche Bedeutung bekommen. Denn internationale Währungspositionen entstehen nicht zwangsläufig nur durch einzelne Wertpapieranlagen. Aktien und Anleihen, Fonds, Unternehmensbeteiligungen, Immobilien oder andere Vermögenswerte können dazu führen, dass ein Gesamtvermögen gegenüber mehreren Währungsräumen exponiert ist.

Nicht jede Währung bewegt sich gleich

Dabei lohnt es sich, genauer hinzusehen. Die aktuellen Prognosen des DekaBank Makro Research zeigen, wie unterschiedlich sich die Perspektiven einzelner Währungen darstellen.

Beim japanischen Yen beispielsweise wird für die kommenden zwölf Monate eine Aufwertung gegenüber dem Euro erwartet: Der EUR/JPY-Wechselkurs könnte nach der aktuellen Prognose von rund 178 auf 172 Yen je Euro zurückgehen. Für das britische Pfund werden dagegen vergleichsweise geringe Veränderungen erwartet. Auch beim Schweizer Franken spielen mit seiner traditionellen Rolle als „sicherer Hafen“ und der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank wiederum andere Faktoren eine Rolle.

Währungen sind deshalb keine einheitliche Anlageklasse mit gleichgerichteten Risiken. Zinsdifferenzen, Konjunkturaussichten, Geldpolitik und geopolitische Entwicklungen können bei den einzelnen Währungspaaren sehr unterschiedliche Wirkungen entfalten.

EUR-USD

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langfristig

EUR-CHF

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EUR-JPY

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langfristig

EUR-GBP

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Rohölpreis

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Goldpreis

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Kommentar: Notenbankpolitik, Zinsen und geopolitische Unsicherheiten sorgen wieder für Bewegung an den Devisenmärkten. Für Anlegerinnen und Anleger mit international aufgestellten Vermögen lohnt sich deshalb ein genauerer Blick: Denn mit Investments außerhalb des Euroraums halten häufig auch Währungsrisiken Einzug ins Portfolio. Entscheidend ist, sie im Zusammenhang mit der gesamten Vermögensstruktur zu betrachten.

Zur Interpretation der Pfeile: "Dieses Kapitalmarktthema hat eine dämpfende bzw. neutrale bzw. stimulierende Auswirkung auf die betreffende Kapitalmarktgröße." Da sich am Markt viele Einflüsse überlagern, kann die tatsächliche Kapitalmarktentwicklung trotz korrekter Prognosen für dieses Thema in eine andere Richtung gehen als von den Pfeilen auf den ersten Blick suggeriert wird.

Währungsrisiken: absichern oder bewusst tragen?

Daraus folgt allerdings nicht, dass Fremdwährungspositionen grundsätzlich vermieden oder vollständig abgesichert werden sollten. Eine Währung kann sowohl Risiko als auch Diversifikationsfaktor eines Portfolios sein.

Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Welche Währungsrisiken sind im Vermögen vorhanden – und sind sie Bestandteil der gewählten Anlagestrategie?

Das lässt sich nur im Kontext des gesamten Vermögens beantworten. Ein Anleger mit hohen internationalen Aktienpositionen kann beispielsweise eine andere Ausgangslage haben als jemand, dessen Vermögen überwiegend aus Euro-Anleihen, Immobilien und unternehmerischen Beteiligungen in Deutschland besteht. Auch Anlagehorizont, Liquiditätsbedarf und persönliche Risikobereitschaft spielen eine Rolle.

Eine Absicherung kann Wechselkursschwankungen reduzieren. Sie verursacht jedoch Kosten und kann zugleich dazu führen, dass positive Währungseffekte nicht oder nur eingeschränkt zum Tragen kommen. Die Entscheidung für oder gegen eine Absicherung sollte daher nicht allein aus einer kurzfristigen Wechselkursprognose abgeleitet werden.

Das Gesamtvermögen entscheidet

Gerade für Private-Banking- und Wealth-Management-Kunden liegt deshalb der Mehrwert weniger darin, kurzfristige Bewegungen einzelner Wechselkurse vorherzusagen. Wichtiger ist die Frage, welchen Einfluss unterschiedliche Währungen auf das Gesamtvermögen haben.

Dazu gehört zunächst Transparenz: In welchen Währungsräumen bestehen überhaupt Anlagen und wirtschaftliche Abhängigkeiten? Wie groß sind diese Positionen im Verhältnis zum Gesamtvermögen? Und wie verändern unterschiedliche Wechselkursentwicklungen dessen Risiko- und Ertragsprofil?

Die jüngsten Bewegungen an den Devisenmärkten können daher Anlass sein, die eigene Vermögensstruktur auch einmal aus der Währungsperspektive zu betrachten. Denn mit zunehmender internationaler Diversifikation gewinnt nicht nur die Auswahl von Anlageklassen und Märkten an Bedeutung. Auch die dahinterliegenden Währungen werden zu einem Bestandteil der strategischen Vermögensallokation.

Quelle: DekaBank Makro Research, Volkswirtschaft Währungen, Oktober 2026. Prognosestand: 30. September 2026.


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