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INTERVIEW

Wir setzen uns für unsere Anlegerinnen und Anleger ein.

25. Mai 2026
2 Minuten
Liquiditätsmanagement
Vermögende Privatperson

ETF ist nicht gleich ETF: Erik Diefenbach, Leiter Produktspezialisten Fonds bei der DekaBank, erläutert im Interview, warum für vermögende Anlegerinnen und Anleger neben der Anlagestrategie auch Fragen der Stimmrechtsausübung, Corporate Governance und des Anbieters selbst eine wichtige Rolle spielen.

Portrait von Erik Diefenbach

Erik Diefenbach

Leiter Produktspezialisten Fonds bei der DekaBank

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Deka Private und Wealth traf Erik Diefenbach, Leiter Produktspezialisten Fonds bei der DekaBank, zum Experten-Interview.

Deka Private und Wealth:

Exchange Traded Funds, kurz ETFs, werden hierzulande immer beliebter. Gilt das auch für das Private Banking und Wealth Management?

Erik Diefenbach:

Ja. Wir sehen, dass ETFs sich immer stärker zu einem festen Bestandteil in der Vermögensstrukturierung auch bei vermögenden privaten Investoren, Unternehmen sowie bei Stiftungen entwickeln – sei es Baustein einer langfristig ausgerichteten Anlagestrategie oder als taktisches Instrument, um kurzfristig an bestimmten Marktphasen zu teilzuhaben.

Deka Private und Wealth:

Parallel mit dem steigenden Anlegerinteresse ist auch das ETF-Angebot stark angewachsen. Warum sollten Investoren bei der Produktwahl auf Deka-ETFs zurückgreifen?

Erik Diefenbach:

Da gibt es gleich eine ganze Menge an Gründen. Unsere ETFs sind „made in Germany“, also Sondervermögen nach deutschem Recht und mit deutscher Verwahrstelle. Und wir legen großen Wert auf die physische Vollreplikation. Das bedeutet, dass Wertpapiere, die in einem Index enthalten sind, im Original und in gleicher Proportion für den ETF erworben werden. Ein wichtiger Punkt ist außerdem die aktive Stimmrechtsausübung. Wir sehen die Themen Corporate Governance und Active Ownership als klares Plus für unsere Produkte. Denn wir als das Wertpapierhaus der Sparkassen kümmern uns natürlich um die im Inland ansässigen Anlegerinnen und Anleger.

Deka Private und Wealth:

Was meinen Sie genau damit?

Erik Diefenbach:

Ob aktive Fonds oder ETFs: Wir verstehen wir uns als aktiver Treuhänder für das Kapital unserer Kunden. Wir setzen uns für unsere Anlegerinnen und Anleger ein und führen mit den Unternehmen, in die unsere Fonds investieren, einen aktiven Dialog. Denn wir sind überzeugt, dass gute Unternehmensführung ein wichtiger Faktor für den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens ist. Und das bedeutet, dass wir uns einmischen und unsere Stimmrechte konsequent im Sinne unserer in Deutschland ansässigen Anlegerinnen und Anleger nutzen, um den Wert der Investments zu sichern und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Deka Private und Wealth:

Aber machen dies nicht auch alle anderen ETF-Anbieter?

Erik Diefenbach:

Nein. Bei der Wahl zum Beispiel US-amerikanischer ETF-Anbieter wandern die Stimmrechte der enthaltenen Unternehmen faktisch in die USA ab. Wir stellen aber fest, dass es gerade für deutsche Mittelständler ein entscheidendes Kriterium ist, dass diese Stimmrechte in deutschen oder europäischen Händen bleiben, um die Interessen der heimischen Wirtschaft zu wahren. Ein nationaler ETF-Anbieter, der diese Rechte aktiv wahrnimmt, fungiert somit als eine Art Schutzschild für die Interessen der hier ansässigen Unternehmer.

Deka Private und Wealth:

Ist der Unterschied wirklich so immens?

Erik Diefenbach:

Gerade bei großen US-Anbietern findet oft eine eher passive oder rein US-zentrierte Interessenvertretung statt. Es besteht durchaus die Gefahr, dass US-amerikanische Großaktionäre bei Abstimmungen Ziele verfolgen, die den Werten europäischer Anlegerinnen und Anleger widersprechen. Während in Europa Themen wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Diversität zentral sind, gibt es in den USA – teils politisch forciert – Bestrebungen, solche Initiativen abzuschaffen oder sogar zu bestrafen. Eine Abwanderung der Stimmrechte bedeutet also, dass die Ausrichtung der Unternehmen in diesen Punkten gegen deutsche bzw. europäische Vorstellungen gesteuert werden könnte. Deutsche Unternehmer legen dagegen oft Wert auf spezifisch europäische Sichtweisen in der Unternehmensführung. Dazu gehört auch eine langfristige strategische Orientierung, die sich deutlich von der aktuellen US-amerikanischen Geschäfts- und Politikkultur unterscheiden kann.

Deka Private und Wealth:

Das bedeutet also, dass insbesondere für unternehmerisch denkende Anlegerinnen und Anleger die Stimmrechtsfrage bei der Wahl eines ETF-Anbieters eine wichtige Rolle spielen sollte?

Erik Diefenbach:

Gerade für einen Unternehmer, aber auch für politisch interessierte Vermögenskunden ist die Vorstellung, Stimmrechte passiv an Dritte zu delegieren, die andere Interessen verfolgen, oft nicht akzeptabel. Der Engagement-Ansatz, also die physische Präsenz auf Hauptversammlungen und der direkte Dialog mit dem Management, wie ihn die Deka praktiziert, ist für diese Zielgruppe sehr wichtig. Die Stimmrechtsfrage kann für die Wahl des ETF-Anbieters somit ausschlaggebend sein, weil sie die rein finanzielle Ebene der Geldanlage verlässt und die unternehmerische Verantwortung sowie die strategische Sicherung des Standorts berührt. Das Produkt ist austauschbar, der Anbieter nicht.

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Erik Diefenbach ist Leiter Produktspezialisten Fonds bei der DekaBank


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Alleinverbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds (ETFs der Deka Investment GmbH) sind die jeweiligen Basisinformationsblätter, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei der Deka Investment GmbH, Lyoner Str. 13, D-60528 Frankfurt am Main und unter www.deka-etf.de erhalten. Eine Zusammenfassung der Rechte der Anlegenden in deutscher Sprache inklusive weiterer Informationen zu Instrumenten der kollektiven Rechtsdurchsetzung erhalten Sie auf www.deka.de/beschwerdemanagement Die Verwaltungsgesellschaft des Investmentfonds kann jederzeit beschließen, den Vertrieb einzustellen.

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