ANLAGEIDEE
Europäische Souveränität
WERBUNG. Europa will unabhängiger werden und verstärkt in heimische Tech-, Energie- und andere Unternehmen investieren. Das könnte auch für Anlegende interessant sein.
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Europa will Eigenständigkeit stärken
Wie Anlegende an Europas Investitionen in größere wirtschaftliche Unabhängigkeit teilhaben können.
Ob IT oder Energie, Pharma oder E-Mobilität: Europa ist in wichtigen Wirtschaftsbereichen von außereuropäischen Einfuhren abhängig. Rund 98 Prozent der in die EU importierten Solarmodule stammen aus China, erhebliche Mengen der für Düngemittel benötigten Stoffe werden normalerweise durch die Straße von Hormus transportiert. Wie riskant solche Abhängigkeiten sind, wird spätestens dann deutlich, wenn die Lieferketten unterbrochen werden. Pandemie, militärische Konflikte und geopolitische Differenzen haben Europas Verwundbarkeit in den vergangenen Jahren gleich mehrfach aufgezeigt. So überrascht es nicht, dass Politik und Unternehmen eine größere Unabhängigkeit von ausländischen Lieferanten anstreben. Doch damit Europa die eigene Handlungsfähigkeit stärken kann, sind hohe Investitionen erforderlich.
Das betrifft vor allem die folgenden vier Felder:
- Technologie und Energie. Insbesondere bei Halbleitern, Software, Künstlicher Intelligenz, Cloud-Diensten, Rechenzentren, Stromnetzen und erneuerbaren Energien. Der Nachholbedarf ist groß, denn europäische Anbieter kommen beispielsweise auf deutlich unter 10 Prozent des globalen Cloud-Markts. Europa will seinen Anteil am weltweiten Halbleitermarkt bis 2030 auf 20 Prozent erhöhen. Die EU-Kommission verweist dazu auf bereits genehmigte öffentliche und private Investitionen von mehr als 32 Milliarden Euro in neuartige Halbleiteranlagen.
- Sicherheit und Verteidigung. Die geopolitische Ordnung ist in Bewegung Europas NATO-Mitgliedsstaaten haben sich daher verpflichtet, bis 2035 jährlich 5 Prozent des BIP für Verteidigung und sicherheitsbezogene Ausgaben aufzuwenden – davon mindestens 3,5 Prozent für klassische Verteidigungsanforderungen und bis zu 1,5 Prozent unter anderem für kritische Infrastruktur, Netzwerkschutz, Resilienz und die industrielle Verteidigungsbasis.
- Nahrung und Gesundheit. Um die verlässlichere Versorgung mit Lebensmitteln, Düngemitteln, Arzneimitteln, Diagnostik und Impfstoffen zu sichern, sollen Programme wie EU4Health mit einem Budget von 4,4 Milliarden Euro Forschung und Entwicklung in Biotechnologie, digitaler Gesundheit und Medizintechnik unterstützen.
- Weitere Versorgungsbereiche. Um die Versorgung zu sichern, will Europa auch bei Bau- und Grundstoffen, Logistik, Mobilität und weiterer Infrastruktur eigenständiger werden: Mindestens 10 Prozent des jährlichen EU-Bedarfs an strategischen Rohstoffen sollen in Europa gefördert, 40 Prozent verarbeitet und 25 Prozent recycelt werden.
Vier Anlagefelder europäischer Souveränität
Auch die Nationalstaaten, Kommunen und Regionen und nicht zuletzt die Unternehmen selbst werden aktiv. Die Initiative „Made for Germany“ bündelt Zusagen von Unternehmen, bis 2028 mehr als 600 Milliarden Euro in den Standort Deutschland zu investieren.
In europäische Souveränität investieren
Europäische Unternehmen, die mit ihren Leistungen und Produkten eigenständige Alternativen zu außereuropäischen Lieferanten anbieten, könnten von diesen Investitionen und einem veränderten Nachfrageverhalten profitieren. Dennoch sollten Anlegende trotz dieser Chancen die Risiken im Blick behalten: Politische Programme können verzögert, gekürzt oder anders umgesetzt werden als geplant. Fachkräftemangel, Genehmigungsverfahren, hohe Kosten und begrenzte Kapazitäten können Investitionen und Nachfrage bremsen. Zudem könnten geopolitische Veränderungen – zum Beispiel ein Ende von Zöllen – die Nachfragestruktur wieder verändern.
Wer an Europas Streben nach mehr wirtschaftlicher Unabhängigkeit teilhaben möchte, sollte seine Investitionen nicht auf einzelne Bereiche wie Verteidigung oder Halbleiter begrenzen. Entscheidend ist vielmehr, verschiedene Profiteure der europäischen Neuausrichtung aus unterschiedlichen Branchen, Regionen und Geschäftsmodellen miteinander zu kombinieren.
Eine breite Streuung hilft, Risiken zu reduzieren. Darum sollten Anlegende:
- europäische Souveränität über mehrere Felder hinweg betrachten – von Technologie und Energie über Sicherheit und Verteidigung bis hin zu Gesundheit, Nahrung und Versorgung,
- nicht nur große Konzerne berücksichtigen, sondern auch kleinere und mittlere Unternehmen mit spezialisierter Stellung in wichtigen Wertschöpfungsketten prüfen,
- Risiken über Länder, Branchen und Einzeltitel streuen – statt nur auf einen Staat zu setzen,
- politische, regulatorische und technologische Veränderungen laufend berücksichtigen.
Das erfordert eine umfassende Kenntnis unterschiedlicher Märkte, Branchen und Entwicklungen. Ein aktiv gemanagter Aktienfonds mit Fokus auf das Thema „Souveränität Europas stärken“ kann helfen, Risiken zu streuen und Opportunitäten zu erkennen. Das Fondsmanagement kann Unternehmen identifizieren, die besonders stark an Europas Weg zu mehr wirtschaftlicher Unabhängigkeit partizipieren könnten – und dabei die Risiken im Blick behalten. So kann der langfristige Trend zu mehr europäischer Souveränität eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio werden.
Anlegerinnen und Anleger sollten beachten: Finanzanlagen sind mit Risiken verbunden. Kapitalmarktbedingte Wertschwankungen und daraus resultierende Wertverluste können nicht ausgeschlossen werden.
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